Anwendungsbereich
Um eine praxisorientierte (der Unternehmensstruktur angepasste und damit Nutzen bringende) Umsetzung der ENISO/ IEC 17020:20012 (in der Folge nur mehr als ISO/IEC 17020 bezeichnet) zu gewährleisten, ist es notwendig, sichder Thematik über den Prozessansatz zu nähern.
Der 1. Schritt dabei muss immer eine Sicherstellung der Begrifflichkeiten bzw. des Charakters des geplantenProzesses sein. ISO/IEC 17020 verbindet mit dem Prozess der Inspektion:
Inspektionsstellen führen im Auftrag von Privatkunden, von ihren Muttergesellschaften oder von Behörden Bewertungen durch, mit dem Ziel, Informationen über die Konformität inspizierter Gegenstände mit Vorschriften, Normen, Spezifikationen, Inspektionsprogrammen oder Verträgen zu liefern.
Inspektionsparameter schließen Fragen zur Quantität, Qualität, Sicherheit, Zweckmäßigkeit sowie zur fortdauerndenEinhaltung der Sicherheit von in Betrieb befindlichen Anlagen oder Systemen ein. Die ISO/IEC 17020 harmonisiert die allgemeinen Anforderungen, die diese Stellen erfüllen müssen, damit ihre Dienstleistungen von denAuftraggebern und Aufsichtsbehörden akzeptiert werden.
Die ISO/IEC 17020 behandelt die Tätigkeiten von Inspektionsstellen, deren Arbeit die Prüfung von Materialien, Produkten, Installationen, Anlagen, Prozessen, Arbeitsabläufen oder Dienstleistungen einschließen kann, sowie die Bestimmung Ihrer Konformität mit den Anforderungen und der nachfolgenden Berichterstattung über die Ergebnisse aus diesen Tätigkeiten an die Auftraggeber und, soweit erforderlich, an die Behörden. Die Inspektion kann alle Phasen im Rahmen der Lebensdauer dieser Inspektionsgegenstände betreffen, einschließlich der Entwicklungsphase. Solche Arbeiten erfordern in der Regel eine sachverständige Beurteilung bei der Ausführung von Inspektionen, insbesondere bei der Bewertung der Konformität mit allgemeinen Anforderungen.
Das Prozessziel ist die kompetente und objektive Inspektion von Produkten (Material, Installation, Anlage, Prozess, Arbeitsablauf, Dienstleistung oder deren Entwicklung). Damit ist einmal der angestrebte Output des Prozesses „Managementsystem nach ISO/IEC 17020“ festgelegt.
Der Mindestumfang des Qualitätskreises ist durch die Norm festgelegt. Dieses Verständnis ist für eine professionelle Umsetzung der ISO/IEC 17020 unbedingt erforderlich. Die Norm gibt einen Rahmen für die zu berücksichtigen – den Prozesseinflüssen (=Segmente des Qualitätskreises) vor. Es handelt sich dabei aber nicht um Mindestanforderungen, die beliebig erweitert werden können. Sollte eine Inspektionsstelle aber zusätzliche Prozesse einführen wollen, steht dies natürlich frei.